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Häufige Anlagefehler: so vermeidest du typische Fehler beim Investieren

Niklas von Selma Finance
von: Mag. Niklas Linser6 min Lesezeit

Der beste Investor? Der, der aus den Fehlern anderer lernt. Viele Anleger:innen machen Jahr für Jahr dieselben Fehler. Nicht, weil sie zu wenig wissen sondern weil Emotionen, Denkfehler, fehlende Planung und systemische Anreize ihre Entscheidungen beeinflussen.

Was sind typische Anlagefehler beim Investieren?

Anlagefehler sind wiederkehrende Fehlentscheidungen, die Anleger:innen beim Investieren treffen, meist ausgelöst durch Emotionen, fehlende Strategie oder falsche Anreize. Typische Beispiele sind Panikverkäufe in Krisen, Market Timing oder ein zu einseitiges Portfolio.

Das Problem: Diese Fehler wirken sich selten sofort aus, sondern vor allem langfristig auf die Rendite. Schon scheinbar kleine Entscheidungen wie häufiges Umschichten, fehlende Diversifikation oder impulsives Handeln können den Vermögensaufbau über Jahre spürbar bremsen.

Die häufigsten Anlagefehler lassen sich in drei Kategorien einteilen:

  • Psychologische Anlagefehler: Emotionen wie Angst, Gier oder Unsicherheit führen zu impulsiven Entscheidungen
  • Strategische Anlagefehler: Es fehlt eine klare Anlagestrategie, ein Ziel oder ein passender Anlagehorizont
  • Systemische Anlagefehler: Gebühren, Medien, Plattformdesign oder Interessenkonflikte beeinflussen Entscheidungen unbewusst

In der Praxis treten diese Fehler selten isoliert auf. Oft wirken Emotionen, Strategie und Umfeld gleichzeitig und genau das macht sie für Anleger:innen so schwer zu erkennen.

📹 Zu genau diesem Thema haben wir ein ausführliches Video aufgenommen.

Video: Die häufigsten Anlagefehler erklärt

Darin sprechen Patrik Schär (CEO von Selma Finance) und Dr. Stefan Jaecklin (Investor und Selma-Verwaltungsrat) über die häufigsten Anlagefehler von Privatanleger:innen – von emotionalen Fehlentscheidungen über fehlende Strategie bis zu systemischen Einflüssen wie Gebühren oder Medienhype.

Du erfährst:

  • warum Emotionen und Market Timing so teuer werden können
  • welche typischen Anlagefehler Anleger:innen immer wieder machen
  • wie eine klare, langfristige Anlagestrategie hilft, diese Fehler zu vermeiden

Timestamps

Psychologische Anlagefehler

00:45 Herdentrieb & FOMO – warum wir anderen hinterherlaufen

02:57 Selbstüberschätzung – wenn Vertrauen Rendite kostet

05:27 Verlustaversion – warum Verluste so schwer wiegen

08:24 Market Timing – die Illusion des perfekten Zeitpunkts

12:18 Emotionen – Panik, Euphorie und Kurzschlussreaktionen

Strategische Anlagefehler

15:29 Investieren ohne Plan – warum Ziele entscheidend sind

18:45 Falsche Strategie – welche Faktoren deine Strategie beeinflussen

23:25 Keine Anpassungen - wieso "buy & hold" nicht reicht

Systemfehler beim Investieren

25:56 Kickbacks & versteckte Gebühren – worauf du achten solltest

29:37 Influencer & Medienhype – wem kann man noch vertrauen?

32:20 Gamification – warum Investieren kein Glücksspiel ist

36:09 Scams – warum es keine garantierten Gewinne gibt

Zusammenfassung

39:40 Lerne aus den Fehlern

42:38 Wie kann dich Selma unterstützen

Psychologische Anlagefehler: Wenn Emotionen entscheiden

Psychologische Anlagefehler entstehen, wenn Emotionen wie Angst, Gier oder Unsicherheit deine Entscheidungen beeinflussen. Statt rational zu handeln, kaufst du zu spät, verkaufst in Panik oder hältst an schlechten Anlagen fest. Langfristig kostet das Rendite und Nerven.

Hier sind die häufigsten psychologischen Fehler und warum sie so tückisch sind:

FOMO (Fear of Missing out) & Herdentrieb

Wenn „alle“ plötzlich in Tech, Krypto oder Immobilien investieren, wollen wir nicht die Letzten sein. Diese Angst, etwas zu verpassen (Fear of missing out - FOMO), führt oft dazu, dass wir zu spät einsteigen und dann in Panik verkaufen, wenn es wieder bergab geht.

Selbstüberschätzung (Overconfidence)

Viele Anleger überschätzen ihre Fähigkeiten bei der Geldanlage. Sie glauben, den Markt schlagen oder Kursbewegungen vorhersagen zu können. Diese Selbstüberschätzung führt zu häufigem Trading, höheren Risiken und oft zu einer tieferen Rendite.

Market-Timing-Illusion

Den „perfekten Zeitpunkt“ zum Ein- oder Ausstieg gibt es nicht – auch wenn wir das gerne glauben. Wer versucht, ständig das Markt-Timing zu treffen, verpasst leicht die besten Börsentage. Das kostet langfristig viel Rendite.

Verlustaversion

Verluste wiegen emotional doppelt so schwer wie gleich grosse Gewinne. Diese Angst führt dazu, dass Anleger:innen zu früh verkaufen oder riskante, aber langfristig sinnvolle Anlagen ganz meiden.

Dispositionseffekt

Anleger realisieren Gewinne zu früh und halten verlustreiche Anlagen zu lange. Der Wunsch, „wenigstens keinen Verlust zu machen“, blockiert rationale Entscheidungen. Dieser Anlagefehler ist einer der häufigsten Gründe für schlechte Anlageperformance.

Recency Bias

Der Recency Bias beschreibt die Überbewertung aktueller Ereignisse. Nach starken Börsenjahren glauben viele Anleger, dass es immer so weitergeht. Nach Crashs hingegen wird oft angenommen, dass sich Märkte nie mehr erholen.

Sunk Cost Fallacy

Bereits investiertes Geld beeinflusst zukünftige Entscheidungen, obwohl es rational irrelevant ist. Anleger halten an schlechten Investments fest, weil sie „schon so viel investiert haben“. Dieser Denkfehler verhindert objektive Neubewertungen.

Anchoring (Vergangenheitsanker)

Vergangene Preise oder der eigene Kaufkurs dienen als mentaler Referenzpunkt. Anleger weigern sich zu verkaufen, solange ein bestimmter Kurs nicht wieder erreicht wird. Aktuelle Fundamentaldaten werden dabei ignoriert.

Emotionale Kurzschlussreaktionen

Emotionen wie Angst, Euphorie oder Stress führen zu impulsiven Entscheidungen. Panikverkäufe oder überhastete Käufe sabotieren langfristige Anlagestrategien. Dieser Fehler tritt besonders in volatilen Marktphasen auf.

Strategische Anlagefehler: Wenn der Plan fehlt

Emotionen sind nicht das einzige Problem beim Investieren auch fehlende Struktur, unrealistische Ziele oder mangelnde Diversifikation führen oft zu teuren Fehlern. Viele Anleger:innen starten „einfach mal“ – ohne Plan. Hier sind die häufigsten strategischen Stolperfallen:

Kein klarer Anlageplan

Ohne ein klares Ziel wird Investieren schnell zur Bauchentscheidung. Wer nicht weiss, wofür und wie lange er investiert, trifft inkonsistente Entscheidungen und verliert schnell die Orientierung.

Falsches Risikoprofil

Viele Portfolios passen nicht zur eigenen Risikofähigkeit oder Risikobereitschaft. Zu viel Risiko führt zu Stress in Krisenzeiten. Zu wenig Risiko kann bedeuten, dass das Geld die Ziele nicht erreicht. Beides ist langfristig problematisch. Das Risiko, das du nehmen möchtest, ist nicht immer das Risiko, das du langfristig tragen kannst.

Fehlende Diversifikation

Einseitige Portfolios sind riskanter als sie scheinen. Wer stark auf einzelne Aktien, Branchen oder Regionen setzt - etwa fast nur in Schweizer Titel investiert (Home Bias) – verzichtet auf Stabilität und globale Chancen.
Ohne ausreichende Streuung kann ein Einbruch in einem Bereich das ganze Portfolio belasten.

Kein Rebalancing

Viele Anleger:innen setzen auf eine „Buy & Hold“-Strategie und vergessen dabei, dass sich ein Portfolio im Laufe der Zeit automatisch verändert. Wenn einzelne Anlagen stark steigen, übernehmen sie zunehmend das Kommando das ursprünglich gewählte Risiko verschiebt sich still und leise.

Ohne Rebalancing (also das regelmässige Zurücksetzen auf die geplante Gewichtung) verliert dein Depot die Balance: Du gehst mehr Risiko ein, als dir vielleicht bewusst ist – oder verpasst Chancen in untergewichteten Bereich

Systemische Fehler: Wenn das Umfeld Entscheidungen verzerrt

Nicht alle Anlagefehler entstehen im Kopf – viele sind systembedingt. Banken, Medien und Plattformen setzen oft Anreize, die gute Entscheidungen erschweren. Besonders für Privatanleger:innen kann das teuer werden.

Interessenkonflikte in der Finanzberatung

Nicht jede Beratung ist unabhängig – auch wenn sie so wirkt. Viele Banken und Anbieter erhalten Provisionen (sogenannte Kickbacks), wenn sie bestimmte Produkte empfehlen. Was für dich wie ein Gespräch auf Augenhöhe aussieht, ist oft ein Verkaufsgespräch. Das Problem: Du bekommst nicht unbedingt die beste Lösung für dich – sondern die, die dem Anbieter am meisten bringt.

Medienhype & Finfluencer

Finfluencer und Börsenmedien haben grossen Einfluss auf Anleger:innen – im Guten wie im Schlechten. Es gibt viele, die solide Finanzbildung leisten. Aber es gibt auch jene, die auf Hype, Panik oder schnelle Gewinne setzen. Medien verstärken diese Dynamik oft, indem sie extremen Marktphasen besonders viel Aufmerksamkeit geben. So entsteht FOMO – oder Angst, falsch zu handeln. Wichtig ist: Nicht jeder Tipp ist unabhängig. Und nicht jede Schlagzeile hilft dir weiter.

Gamification

Viele Trading-Apps setzen gezielt auf Spielmechaniken: Push-Nachrichten, Belohnungen, Animationen. Kaufen und Verkaufen wird dadurch emotionalisiert – und verleitet zu hektischem Handeln. Warum? Weil ihr Geschäftsmodell davon lebt, wie oft du handelst. Je mehr du klickst, desto mehr verdienen sie. Wer langfristig Vermögen aufbauen will, braucht aber das Gegenteil: Ruhe, Struktur und eine Strategie. Gute Apps helfen dir, investiert zu bleiben nicht ständig aktiv zu sein.

Scams & unseriöse Anbieter

„Garantierte Gewinne“, „VIP-Zugang“ oder „geheime Strategien“: Besonders in unsicheren Zeiten boomen Angebote, die zu schön sind, um wahr zu sein. Viele dieser Scams wirken auf den ersten Blick seriös – mit echten Webseiten, falschen Promis oder gekauften Bewertungen. Doch sie sind oft unreguliert und zielen auf deine Gier oder Unsicherheit. Die Folge: Totalverlust. Merke dir: Wer fixe Renditen verspricht, spielt nicht mit offenen Karten.

Fazit

Die häufigsten Anlagefehler entstehen nicht durch fehlendes Wissen, sondern durch Emotionen, mangelnde Struktur und falsche Anreize. Viele Anleger wissen eigentlich, was sinnvoll wäre – scheitern aber daran, es konsequent umzusetzen. Genau hier setzen digitale, strukturierte Anlagelösungen an.

Selma hilft dabei, typische Anlagefehler zu vermeiden, indem Entscheidungen systematisch, diszipliniert und emotionsarm umgesetzt werden. Statt impulsiv zu handeln, folgt die Geldanlage einer klaren Strategie, die sich an Zielen, Zeithorizont und Risikoprofil orientiert. So wird Investieren einfacher, ruhiger und langfristig konsistenter.

Über den Autor
Niklas von Selma Finance

Mag. Niklas Linser

Niklas Linser ist bei Selma Finance für Marketing und Inhalte rund ums Investieren verantwortlich. Seit über zehn Jahren beschäftigt er sich mit digitalen Finanzlösungen und der Frage, wie Geldanlage für alle einfacher und verständlicher wird. Er hat internationale Wirtschaftswissenschaften studiert und übersetzt bei Selma komplexes Finanzwissen in klare Worte – ob es um ETFs, langfristigen Vermögensaufbau oder Ruhestandsplanung geht. Sein Ziel: Finanzthemen so erklären, dass sie nicht nur verständlich, sondern auch nützlich sind – für alle.

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